chinesisches WuShu

 

1. Die Geschichte des WuShu

2. Die Inhalte des WuShu

3. Die Techniken und Graduierungen des WuShu

4. WuShu als Wettkampfsport

 

 

 

 

 

 

Die Geschichte des WuShu

Meister Yuan Xi
Überall dort, wo sich Menschen kriegerisch auseinandergesetzt haben, haben sich Kampfkünste entwickelt. WuShu ist hier der Sammelbegriff für die chinesischen Kampfkünste. Hier hat sich in den westlichen Ländern jedoch weitestgehend der Name Kung-Fu durchgesetzt, was etwa so viele bedeutet, wie etwas durch harte Arbeit zu erreichen.
Die Entstehungsgeschichte der chinesischen Kampfkünste ist relativ unbestimmt und ist umgeben von zahlreichen Legenden. Der Begriff der Kriegs- oder Kampfkunst erlangte durch das Buch „Die Kunst des Krieges“, welches von General Sunzi in der Zeit von ca.500 v.Ch. geschrieben wurde, erstmals an Bedeutung. Das Buch beinhaltet in erste Linie die strategische und taktische Planung, sowie Vorbereitung von Feldzügen. Eine der Grundlagen ist hier das disziplinierte Kampftraining der Soldaten, was später über Sieg und Niederlage eines Heeres entscheidet.
Die Entstehung des WuShu als Kampfkunst wird jedoch auf buddhistische Priester im Kloster von Shaolin zurückgeführt. Sie praktizierten Übungen, die ursprünglich dem Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit und des inneren Gleichgewichtes dienten. Der indischen Mönch Bodhidharma integrierte in dies Training Kampfübungen und lehrte Disziplin, Selbstkontrolle, Bescheidenheit und Respekt vor allem Leben. Er begründete im Shaolinkloster die Kampfkunst als ein Mittel den Weg der Erleuchtung zu beschreiten.
In den 50er- Jahren wurde von der chinesischen Regierung ein Sportverband gegründet, in dem viele Meister des WuShu mitwirken sollten, um einen Regelung für Standardformen und Kategorien der Kampfkünste zu entwickeln. Im Jahre 1959 wurde das moderne WuShu von der chinesischen Regierung offiziell anerkannt.

 

 

Die Inhalte des WuShu
WuShu teilt sich in zwei Hauptgruppen, die als „äußere“ und „innere“ Schule bezeichnet werden.
In der inneren oder weichen Schule, soll der Gegner durch den Einsatz der inneren Kraft, dem Qi, besiegt werden. Er soll durch die Weichheit der Bewegungen und ohne ihm einen direkten Widerstand entgegenzusetzen, kampfunfähig gemacht werden. Eine der bekanntesten inneren Schulen ist das Taiji Quan. Es wird überwiegend mit den daoistischen Klöstern im Wudang-Gebirge in Verbindung gebracht.
Die äußere oder auch harte Schule wird erfahrungsgemäß mit den Kampfkünsten der buddhistischen Shaolin-Tempel Verbindung gebracht. In Ihr wird mehr Wert auf Geschicklichkeit, Stärke und Geschwindigkeit gelegt.
Da in der Zwischenzeit die meisten Stile sowohl innere als auch äußere Techniken beinhalten, werden die Stile häufig auch in nördliche und südliche Stile eingeteilt.

Nord & Südfaust

Die 2 Stilrichtungen des WuSu:
- Chang Quan (Nord Shaolin)
- Nan Quan (Süd Shaolin)


Ferner dient diese Einteilung auch einer besseren Übersicht über die große Vielfalt der Stile. So werden alle bekannten Stile der geographischen Lage zugeordnet und alle Stile südlich des gelben Flusses „Yangtse“ werden Südfaust oder „Nan Quan“ genannt. Alle Stile nördlich des Flusses werden Nordfaust oder „Chang Quan“ genannt.
Die charakteristischen Merkmale des Chang Quan sind weite Bewegungen, schnelle Läufe, hohe Sprünge und Tritte. Die Nan Quan zeichnet sich durch kurze, explosive Bewegungen, wenige Lauf- und Sprungbewegungen aus.
Weiterhin unterteilt man das WuShu in den Bereich der Formen oder „Taolu“ und den Bereich des Freikampfes, dem Sanda oder auch „San Shou“ .

 


Die Techniken und Graduierungen des WuShu

Das Training ist so aufgebaut, dass jede Unterrichtseinheit grundsätzlich mit Gymnastik und Dehnung begonnen wird, um die Muskulatur aufzuwärmen und Verletzungen vorzubeugen. Anschließend folgen Grundübungen, die zur Schulung der Basistechniken dienen und sowohl den Körper kräftigen, als auch Kondition, Koordination, Flexibilität und die Geschicklichkeit schulen.
Neben den Hand- und Fußtechniken sind im WuShu zahlreiche Waffen gebräuchlich, die je nach Erfahrung und Graduierung gelehrt werden. Zu den Basiswaffen zählen:

 
Nord & Südstockform der Stock (gun)
 
Nordsäbelform der Säbel (dao)
 
Schwertform das Schwert (jian)
 
Speerform und der Speer (qian)
 
Im fortgeschrittenen Stadium werden auch traditionelle Waffen, wie der Drei-Segmenten-Stock (san jie gun), die Hellebade (pu dao), die Hakenschwerter (shuang gao) oder die Neun-Teilige-Kettenpeitsche (jiu jie bien) gelehrt.
Dabei ist die Ausbildung in 6 Gruppen eingeteilt, die wiederum in Einzelgruppen untergliedert sind.
In den Unterrichtseinheiten wir immer mit Gymnastik gbegonnen , gefolgt von Technik--Grundschule und -Grundübungen.
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1.Gruppe / (1 .Duan / Anfängerstufe) *1
     
Grundschule I ( ji ben gong ) - Basistechniken
A 1-4 Basis-Langfaust-Form ( chang quan ) - 8-16er Form
B 1-3 Basis-Südfaust-Form ( nan quan ) - 8-16er Form
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2. Gruppe / (2. & 3. Duan / Mittel- und Fortgeschrittenenstufe) *2
     
Faustformen    
A1 1-3 Langfaust-Form ( chuji chang quan ) - 32er-Form
B1 1-3 Süd-Faust-Form ( jishu nan quan) - 16er-Form
     
Waffenformen    
A2 Basis-Stock-Form ( jishu gun) - 16er-Form
A2 Basis-Säbel-Form ( jishu dao) - 16er-Form
A2 Basis-Schwert-Form ( jishu jian) - 16er-Form
A2 Basisi-Speer-Form ( jishu qiang) - 16er-Form
B2 Basis-Südstock-Form ( jishu nan gun ) - 16er-Form
B2 Basis-Südsäbel-Form ( jishu nan dao ) - 16er-Form
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3. Gruppe / (4. Duan / Jiaolian-Übungsleiter) *1 *2
     
Faustformen    
A1 4. Langfaust-Form ( chang quan silu) - 44er-Form
B1 4. Süd-Faust-Form ( chuji nan quan) - 32er-Form
     
Waffenformen    
A2 Stock-Form ( chuji gun) - 32er-Form
A2 Säbel-Form ( chuji dao) - 32er-Form
A2 Schwert-Form ( chuji jian) - 32er-Form
A2 Speer-Form ( chuji qiang) - 32er-Form
B2 Südstock-Form ( nan gun )  
B2 Südsäbel-Form ( nan dao )  
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4. Gruppe / ( 5. Duan /Laoshi-Lehrer) *1
     
Faustformen    
A1 Langfaust-Form ( shao nian guidi quan ) ehem. jgd-Wettkampf-Form
B1 Süd-Faust-Form ( nan quan )  
     
Waffenformen    
A2 Stock-Form ( zhongji gun shu )  
A2 Säbel-Form ( zhongji dao shu )  
A2 Schwert-Form ( zhongji jian shu )  
A2 Speer-Form ( zhongji qiang shu )  
B2 Südstock-Form ( zhongji nan gun )  
B2 Südsäbel-Form ( zhongji nan dao )  
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5. Gruppe / ( 6. Duan / Shifu-Lehrvater)*1
     
Faustformen    
A1 Langfaust-Form (chang quan yingsai taolu) - Wettkampf-Form (1989-2001)
B1 Süd-Faust-Form (nan quan yingsai taolu) - Wettkampf-Form (1989-2001)
     
Waffenformen    
A2 Stock-Form (gun shu yingsai taolu) - Wettkampf-Form (1989-2001)
A2 Säbel-Form (dao shu yingsai taolu) - Wettkampf-Form (1989-2001)
A2 Schwert-Form (jian shu yingsai taolu) - Wettkampf-Form (1989-2001)
A2 Speer-Form (qiang shu yingsai taolu) - Wettkampf-Form (1989-2001)
B2 Südstock-Form (nan gun yingsai taolu)  
B2 Südsäbel-Form (nan dao yingsai taolu)  
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6. Gruppe / ( 7. Duan / Shijie-Meister )*1
     
A/B Pflichtkombinationen für nördl. und südl. Faust- und Waffenwettkampf-Formen
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der 8. , 9. und 10. Duan wird ehrenhalber verliehen!
 
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*1 Erwartet wird Respekt gegenüber dem Meister, der Schule und der Kampfkunst .
*2 Ab dem 4. Duan werden Kenntnisse in Sporttechnologie , Sportmedizin und historisches Wiesen evermittelt.
 
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Neben der Basisiausbildung können ab dem 3 Duan auch folgende traditionelle Faust-, Waffen- und Partner-Formen erlernt werden:
 
Traditionelle Faust-Formen
Betrunkene Faust (zui quan)  
Adler Faust (ying shao quan)  
Gottesanbeterin Faust (tang lan quan)  
Shaolin Faust (lohan quan)  
Frei Wettkampf-Formen (gui oling quan)  
Traditionelle Waffen-Formen
Betrunkenes Schwert (zui jian)  
Neun-Teilige-Peitsche (jiu jie bian)  
Schnurpfeil (cheng bio)  
Doppel-Säbel (shuang dao)  
Doppel-Haken-Schwert (shuang gao)  
Kleine Hellebade (pu dao)  
Große Hellebade (da dao)  
Drei-Segmenten-Stock (san jie gun)  
Partner-Formen (dui lian)
3-Man-Faust-Form (san lan dui da quan)  
Schild & Säbel gegen Stock (dun pai dao dui gun)  
Säbel gegen Speer (dao dui qiang)  
Schild& Säbel gegen Drei-Segmenten-Stock (dun pai dao dui san jie gun)  
     
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NordfaustformPartnerformBetrunkenes SchwertDoppelhakenschwertAdlerfaustDamenspagat

 

 

WuShu als Wettkampfsport
Das moderne WuShu und die damit verbunde Einführung eines einheitlichen Systems bildeten die Basis für den Wettkampfsport. Die Wettkämpfe werden in den Disziplinen Formen „Taolu“ und dem Freikampf „Sanda“ ausgetragen.
Die Wettkampfläche besteht aus einem 14 x 8 Meter großen Teppich. Die Bewertung der Sportler wird nach festgelegten Kriterien, wie tiefer der Stände, der Geschwindigkeit, der Krafteinteilung, der Koordination, des Ausdruck und des Timings, nach einem Punktesystem mit A- und B-Note, vorgenommen.
Eine Wettkampfform dauert zwischen 80 und 90 Sekunden und stellt durch die hohe Geschwindigkeit, Komplexität und Präzision, ähnlich wie beim Bodenturnen, eine hohe Belastung für den Sportler dar. Somit ist eine gute Vorbereitung und sändiges Training nötig.